Oma mal etwas

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Oma mal etwas

Wenn das Postauto kommt und die Klappe am Briefkasten klappert, kann das heute meist nichts besonders Schönes bedeuten. Behördenbiefe, Bankbriefe, Werbung, Rechnungen usw. Eher selten ist etwas Erfreuliches dabei, wie z. B. Ein Lottogewinn (eigentlich nie, wenn man gar nicht Lotto spielt) oder ein persönlicher Brief, Karte, Päckchen. Das kommt selten vor.

WhatsApp, Email etc. Sind einfach praktisch. Bilder, Posts, alles ist sofort da und kann auch schnell beantwortet werden. Und das hat wirklich seeehr viele Vorteile.

Gestern klapperte mal wieder der Briefkasten. Der Brief darin sah lustig aus. Die Adresse mit Hand geschrieben, ein bunter Absender und ein kleines rotes Geschenkschleifchen draufgeklebt. „Das kann wohl niemals vom Finanzamt kommen“ dachte ich.

Der Brief war von Shira Enkelchen aus der Schweiz. Freudig gespannt öffne ich ihn. Ein Blatt mit Kinderschrift: „Liebe Oma, was habt ihr letzte Woche gemacht?“ Darunter ein mit Bleistift gezeichnetes leeres Feld. „Oma mal etwas“ mit Pfeil in dieses Feld.

Typisch verrückte kreative Shira. Es ist Donnerstag, woher soll ich noch wissen, was Friedemann und ich letzte Woche so gemacht haben. Aber darüber nachzudenken, ist gar nicht so schlecht, sonst rast das Leben ja einfach so weg. Hmmmm – Äpfel gepflückt, Musik mit Kindern in der Kita gemacht, gekocht, Gartenarbeit, je länger ich nachdenke, umso mehr fällt mir ein. Passt gar nicht alles auf dieses Blatt. Und das alles auch noch zu zeichnen braucht Zeit, macht aber Spaß.

Vielleicht sollte ich das jede Woche machen, oder zumindest einmal im Monat, dann gehe ich bewusster mit meiner Lebenszeit um.

Zeichne gleich noch einen feuerspeienden Drachen für Shiras Bruder Milo zum Ausmalen, ab in den Umschlag, Herzchen draufgeklebt und zur Post. Bis nach Zürich dauert es bestimmt ein paar Tage.

Danke liebe Shira!

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